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Gemeinde Beromünster
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19.03.2012 Schlossmuseumskonzert, Dienstag, 3. April 2012, 19....
vom 19.03.12 - 11:32:18

Schlossmuseumskonzert

(C.T.) Am Dienstag, 3. April 2012 findet um 19.00 Uhr ein Konzert der Musikschule Michelsamt im ehrwürdigen und alten Schlossmuseum in Beromünster statt. Statt Lautenmusik erklingt Gitarrenmusik und statt Zinken hören Sie Kornette.

Reiche Schlossherren und Fürsten mit aufwändigen, teuren Kostümen und weissen Perücken ausstaffiert, die in purpurroten samtenen Sesseln sitzen und sich zusammen mit ihren Weibern Lautenmusik und Gesang zu Gemüte führen. So stelle ich mir ein Schlosskonzert im Mittelalter vor. Ob dies auch für das Schloss von Beromünster gilt, entzieht sich meiner Kenntnisse. Das Schloss, wie man es seit jeher nennt, ist eines der ältesten Gebäude in Beromünster. Es wurde vor mehr als 600 Jahren erbaut und in alter Zeit wohnten dort Ritter, Bedienstete des Stiftes und auch Chorherren. Heute ist es ein Museum und neben Möbel, Ölbilder, Kupfergeschirr, Waffen, Andachtsgegenständer der Volksfrömmigkeit, Korbwaren, Spielzeuge und Jasskarten sind auch Musikinstrumente zu finden. Ob auch Musiknoten vorhanden sind, weiss der Schreibende nicht. Es könnte jedoch sein, denn im Schloss stand die älteste Buchdruckerei der Schweiz, Hier druckte 1470 Chorherr Helias Helye das erste datierte Buch, ein 600-seitiges theologisches Werk in lateinischer Sprache, genannt Mamotrectus. Helias tat dies erstmals in Anwendung der kurz zuvor von Gutenberg in Mainz erfundenen Buchdruckerkunst.

Im Museum finden sich auch Erinnerungen an verschiedene Gelehrte und Künstler aus dem Michelsamt. Ob auch Musiker oder Komponisten erwähnt sind, wäre eine Untersuchung wert.

Als das Schloss gebaut wurde, wurde damals mittelalterliche Musik gespielt. Das heutige Klavier oder Keyboard war damals ein Cembalo, die heutige Gitarre war eine Laute und die heutige Trompete war eine Zink, die letztere in unseren Ohren fremd und falsch klingt. Vorgänger des Violoncellos war die Gambe und diese hiess so, weil sie zwischen den Beinen gespielt wurde und Trompeten gab es schon, nur welche ohne Ventile, so genannte Naturtrompeten.

Ein Konzert in diesem ehrwürdigen Schloss liegt für die Musikschule auf der Hand. Die Musiklehrpersonen der Musikschule Michelsamt haben dafür passende Musik ausgewählt und mit ihren MusikschülerInnen einstudiert. Mag sein, dass die Musik in den Ohren der Lernenden zuerst fremd klang. Doch die mittelalterliche und spätere Barockmusik ist nach wie vor hervorragende Musik und wer sie einmal kennen gelernt hat, wird sie ewig lieben. Die älteste Komposition, die an diesem Abend gespielt wird, ist von John Dowland geschrieben. Der Komponist lebte von 1563 bis 1626 in England. Unter anderen wird ein Gitarrenquartett das Stück «Fine knacks for Ladies» spielen, wobei diese Musik ursprünglich für Laute komponiert worden war.

Das Konzert beginnt mit einer Fanfare, welche für das Schlosskonzert sehr passend ist. In jener Zeit wurden Fanfaren auch als Turmmusik gespielt und wie bereits erwähnt auf Naturtrompeten. Auch den Schluss übernehmen die Tre Cornetti, um mit ihren Bläserklängen dem Konzert eine festliche und pompöse Atmosphäre zu verleihen.